15.01.10 Topthema: Leiharbeit – Unverschämter geht’s nicht mehr
Das Thema Leiharbeit hat eine neue, unglaubliche Aktualität
bekommen. Der Umgang mit Mitarbeitern wird immer dreister. Besonders hervor tut
sich gerade die Firma Schlecker. Leidtragende sind die Arbeitnehmer. Denn die
Beschäftigten der neuen Märkte sind Leiharbeitskräfte, die von der
konzerneigenen Leiharbeitsfirma Meniar vermittelt werden. Es handelt sich dabei
zum größten Teil um ehemalige Angestellte, die nun als Leiharbeitnehmer unter
deutlich schlechteren Konditionen genau den gleichen Job ausüben wie vor der
Schließung der alten Schlecker-Filialen. Im Telegrammstil heißt das: Schließung
einer Filiale…Entlassung der Mitarbeiter… Eröffnung einer neuen
Filiale…Einstellung neuer Mitarbeiter zu viel schlechteren Bedingungen…Fazit:
Gleiche Arbeit zu stark reduziertem Lohn – Unverschämt!!!!
Laut Informationen von Ver.di beträgt der Stundenlohn der
von Meniar überlassenen Arbeitnehmer zwischen 6,50 und 7,00 Euro pro Stunde. Es
werden weder Urlaubsgeld noch Weihnachtsgeld gezahlt. Zudem gibt es weniger
Urlaubstage. Wir forderten bereits in der vergangenen Legislaturperiode
Änderungen am Arbeitnehmerüber-lassungsgesetz. Wir wollen ehrliche Unternehmer
vor unfairer Billigkonkurrenz schützen. Der Wettbewerb soll über bessere
Produkte und Dienstleistungen, besseres und effizienteres Management und
klügere Ideen stattfinden, nicht aber über die Höhe der Löhne der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die CDU/CSU sah bei der Leiharbeit in der
vergangenen Legislaturperiode keinen Handlungsbedarf. Aufgrund des öffentlichen
Drucks scheint die schwarz-gelbe Regierung nun zur Vernunft zu kommen und
stellt Gesetzänderungen in Aussicht. Es bleibt abzuwarten, ob den Worten auch
Taten folgen. Wir wollen Leiharbeits-verhältnisse rechtlich besser absichern.
Neben einer Lohnuntergrenze gehört dazu auch das Prinzip "Gleicher Lohn
für gleiche Arbeit". Die konzerninterne Verleihung soll begrenzt werden.
Weiterhin wollen wir die Mitbestimmungs-rechte des Betriebsrats stärken,
insbesondere bezüglich der Kontrolle einer ordnungsgemäßen Eingruppierung der
Leiharbeitnehmer und der Dauer der Leiharbeit im Betrieb.
Herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche zur Geburt unserer Tochter Sophie.
Wir sind sehr glücklich!